Köln besiegt Gladbach 2:1: Drei Schlüsselszenen zeigen Borussias größte Probleme!

Borussia Mönchengladbach steckt weiter tief in der Krise. Auch der Trainerwechsel zu Alexander Blessin brachte nicht die erhoffte Wende. 

Im rheinischen Derby beim 1. FC Köln unterlagen die Fohlen mit 1:2 und stehen nach fünf Bundesliga-Spielen weiterhin ohne einen einzigen Punkt am Tabellenende.

Dabei begann Borussia durchaus vielversprechend. Die Mannschaft wirkte zunächst geordneter, suchte schnelle Angriffe und zeigte mehr Entschlossenheit als in einigen vorherigen Begegnungen. Doch erneut reichten gute Ansätze nicht aus. Drei Schlüsselszenen verdeutlichen, warum Gladbach auch dieses wichtige Derby verlor.

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1. Schlüsselszene: Jóhannessons Traumtor offenbart Probleme nach Standards

In der 26. Minute ging Köln durch Ísak Jóhannesson mit 1:0 in Führung. Nach einer Freistoßflanke von Borna Sosa klärte Isac Lidberg den Ball per Kopf direkt vor die Füße des Kölners. Jóhannesson nahm die Kugel volley und traf sehenswert in den Winkel.

Der Abschluss war technisch hervorragend. Trotzdem muss Borussia die Entstehung hinterfragen.

Die erste Abwehraktion gelang, doch der zweite Ball landete beim Gegner. Genau solche Situationen sind für eine verunsicherte Mannschaft besonders gefährlich.

Unter Blessin soll Gladbach kompakter verteidigen und nach Ballgewinnen schneller umschalten. Dazu gehört allerdings auch, nach Standards die Räume außerhalb des Strafraums besser abzusichern.

Das Gegentor war deshalb nicht ausschließlich Pech, sondern zeigte eine Schwachstelle in der defensiven Organisation.

2. Schlüsselszene: Scallys Ausgleich zeigt, wie Gladbach gefährlich werden kann

In der 39. Minute gelang Joe Scally der verdiente Ausgleich zum 1:1.

Nach einer zunächst abgewehrten Gladbacher Gelegenheit blieb Borussia im Angriff. Lukas Ullrich brachte den Ball erneut in den Strafraum. Kölns Jahmai Simpson-Pusey verlängerte die Hereingabe unglücklich, sodass Scally aus kurzer Entfernung einköpfen konnte.

Diese Szene zeigte eine wichtige positive Entwicklung: Gladbach gab den Angriff nach der ersten Aktion nicht auf.

Die Mannschaft hielt den Druck aufrecht, besetzte den Strafraum und profitierte davon, dass mehrere Spieler konsequent nachrückten.

Genau diese Entschlossenheit braucht Borussia häufiger.

Allerdings blieb das Offensivspiel insgesamt zu ungenau. Besonders im letzten Drittel fehlten klare Entscheidungen, präzise Zuspiele und die notwendige Durchschlagskraft.

3. Schlüsselszene: El Malas Siegtreffer bestraft Gladbachs fehlende Kontrolle

Die entscheidende Szene ereignete sich in der 67. Minute.

Linton Maina gewann im Mittelfeld den Ball und spielte auf Saïd El Mala. Der Kölner zog von der linken Seite nach innen und schlenzte den Ball aus knapp 20 Metern ins lange Eck.

Das 2:1 war ein technisch herausragender Treffer, aber auch Ausdruck einer problematischen zweiten Halbzeit.

Köln hatte nach der Pause zunehmend die Kontrolle übernommen. Gladbach geriet unter Druck, leistete sich Fehler im Aufbau und konnte sich immer seltener aus gefährlichen Situationen befreien.

Besonders deutlich wurde dies bereits in der 57. Minute, als ein zu kurzer Rückpass von Daiki Hashioka beinahe zu einem weiteren Gegentor geführt hätte.

Borussia fehlte die Fähigkeit, das Spiel nach Ballgewinnen zu beruhigen und selbst längere Angriffsphasen aufzubauen.

Was hat Alexander Blessin tatsächlich verändert?

Der neue Trainer setzte auf ein 3-4-2-1-System und damit wieder auf eine Dreierkette.

In der Anfangsphase war eine verbesserte Grundordnung erkennbar. Gladbach verteidigte phasenweise konzentrierter und zeigte mehr Mut im Spiel nach vorne.

Doch die Zahlen verdeutlichen, dass weiterhin erhebliche Probleme bestehen.

Köln kam auf 19 Torschüsse, Borussia auf 15. Beim Ballbesitz lagen beide Mannschaften nahezu gleichauf. Gladbach absolvierte sogar etwas mehr Laufkilometer, allerdings deutlich weniger Sprints als der Gegner.

Diese Werte beweisen kein grundsätzliches Fitnessproblem. Sie zeigen aber, dass Laufleistung allein noch keinen erfolgreichen Pressing Fußball ausmacht.

Blessin muss vor allem das Zusammenspiel zwischen Abwehr, Mittelfeld und Angriff verbessern.

Mein Fazit: Gladbach braucht mehr als einen Trainereffekt

Die fünfte Niederlage im fünften Bundesliga-Spiel ist ein alarmierendes Signal.

Borussia zeigte im Derby durchaus Ansätze einer Verbesserung. Die Mannschaft wirkte zunächst stabiler und kämpfte auch in der Schlussphase um den Ausgleich. Eine starke Parade von Kölns Torhüter Marvin Schwäbe gegen Hugo Bolin verhinderte in der 83. Minute das mögliche 2:2.

Dennoch war Köln besonders nach der Halbzeit die gefährlichere Mannschaft und gewann verdient.

Überschattet wurde das Derby außerdem von Ausschreitungen und Pyrotechnik im Zuschauerbereich, die zu einer Spielunterbrechung führten. Solche Vorfälle haben mit sportlicher Rivalität nichts zu tun.

Für Alexander Blessin bleibt wenig Zeit. Im kommenden Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim benötigt Borussia dringend die ersten Punkte.

Meine Einschätzung: Gladbachs Problem ist nicht allein die defensive Anfälligkeit. Die Mannschaft muss lernen, über 90 Minuten Kontrolle, Konzentration und offensive Entschlossenheit miteinander zu verbinden. Erst dann kann der neue Trainer die erhoffte Trendwende einleiten.

Wie bewertet ihr das erste Bundesliga-Spiel unter Alexander Blessin? War eine Verbesserung erkennbar oder droht Borussia eine noch schwierigere Saison? Diskutiert mit uns auf TorElf!

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