Borussia nach dem St.-Pauli-Test: Was Blessins System schon erkennen lässt.

Borussia Mönchengladbach hat sich im Testspiel beim FC St. Pauli mit 1:1 getrennt. Für Trainer Alexander Blessin lieferte die Partie wichtige Erkenntnisse vor dem Derby gegen den 1. FC Köln. 

Vor allem drei Schlüsselszenen zeigen, was bei Gladbach bereits funktioniert – und wo die Mannschaft noch Arbeit vor sich hat.

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Kleindienst belohnt Gladbachs starke Anfangsphase

Borussia erwischte am Millerntor den besseren Start. Die Mannschaft setzte St. Pauli früh unter Druck und versuchte, mit aggressivem Pressing hohe Ballgewinne zu erzwingen.

In der 14. Minute hatte Tim Kleindienst bereits eine gute Möglichkeit. Kurz darauf wurde es nach einer Ecke erneut gefährlich: Jan Leszczyński traf per Kopf die Latte.

Die nächste Standardsituation brachte schließlich die Führung. Kleindienst setzte sich nach einer Ecke durch und köpfte zum 1:0 für Borussia Mönchengladbach ein.

Diese Phase dürfte Blessin gefallen haben. Gladbach agierte kompakt, suchte aktiv den Zugriff und brachte St. Pauli zeitweise unter Druck. Gleichzeitig zeigte sich, dass Standards eine zusätzliche Waffe sein können.

Nach dem 1:0 verliert Borussia die Kontrolle

Die zweite Schlüsselszene ist eigentlich eine längere Phase des Spiels. Nach der Führung gelang es Gladbach nicht, die zuvor gezeigte Intensität dauerhaft aufrechtzuerhalten.

St. Pauli kam zunehmend besser in die Partie. In der 36. Minute musste Moritz Nicolas gegen Louis Oppie eingreifen. Kurz vor der Pause bot sich Martijn Kaars eine weitere gute Gelegenheit zum Ausgleich.

Auch unmittelbar nach dem Seitenwechsel blieb St. Pauli gefährlich. Sam Klein traf in der 46. Minute die Latte.

Genau hier zeigte sich eine der wichtigsten Baustellen für Alexander Blessin. Seine Spielidee lebt von engen Abständen, aggressivem Zugriff und einer Mannschaft, die gemeinsam Druck auf den Gegner ausübt. In Hamburg funktionierte das phasenweise – aber noch nicht konstant.

Verpasstes 2:0 – Sekunden später fällt der Ausgleich

Die dritte Schlüsselszene ereignete sich in der 75. Minute und fasste den Spielverlauf beinahe perfekt zusammen.

Borussia griff über die linke Seite an. Fritz Fleck bekam im Zentrum die Gelegenheit zum 2:0, scheiterte jedoch an St. Paulis Torwart Ben Voll.

Dann ging es ganz schnell in die andere Richtung.

Ricky-Jade Jones erkannte, dass Daniel Batz weit vor seinem Tor stand. Aus rund 25 Metern hob er den Ball über den Gladbacher Torwart hinweg und erzielte das 1:1.

Statt einer möglichen Vorentscheidung stand es plötzlich unentschieden.

Gladbach vor Köln: Blessins Ansätze sind erkennbar

Das 1:1 beim FC St. Pauli sollte nicht allein am Ergebnis gemessen werden. Für Borussia Mönchengladbach ging es vor allem darum, die neue Spielidee unter Alexander Blessin weiterzuentwickeln.

Die Anfangsphase zeigte, wohin die Reise gehen könnte: aggressives Pressing, hohe Ballgewinne, kompakte Abstände und gefährliche Standards. Gleichzeitig machte das Spiel deutlich, dass Borussia diese Intensität noch nicht über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten kann.

Damit liefert der Test eine interessante Standortbestimmung vor dem Derby gegen den 1. FC Köln.

Wie bewertet ihr Gladbachs Auftritt gegen St. Pauli? Sind Blessins erste Veränderungen bereits deutlich genug zu erkennen? Schreibt eure Meinung in die Kommentare.

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