Gladbach unter Blessin: Das 3:0 in Siegen zeigt noch deutliche Schwächen.

Borussia Mönchengladbach hat das erste Spiel unter Alexander Blessin gewonnen. Beim Test gegen die Sportfreunde Siegen setzte sich die Fohlenelf mit 3:0 durch. Robin Hack erzielte die Führung, nach der Pause traf Shuto Machino doppelt. Das Ergebnis sieht souverän aus – die Partie zeigte aber auch, woran Blessin mit seiner neuen Mannschaft noch arbeiten muss.

Blessins System ist bereits zu erkennen

Der neue Gladbach-Trainer ließ Borussia mit einer Dreierkette beginnen. Davor agierten zwei zentrale Mittelfeldspieler sowie zwei Schienenspieler. Honorat und Hack unterstützten Isac Lidberg in der Offensive.

Gerade zu Beginn funktionierte das ordentlich. Borussia kontrollierte die Partie und ging nach 18 Minuten durch Hack in Führung. Blessin selbst bewertete die ersten rund 20 Minuten positiv. Danach verlor seine Mannschaft jedoch zunehmend die Ordnung.

Und genau hier beginnt die eigentlich interessante Analyse dieses Testspiels.

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Das offene Zentrum wird zur Baustelle

Blessin sprach nach der Partie ausdrücklich davon, dass das Zentrum teilweise zu offen gewesen sei. Für seinen Fußball ist das ein wichtiger Punkt.

Will Borussia früh und aggressiv pressen, müssen sämtliche Mannschaftsteile gemeinsam arbeiten. Läuft die Offensive den Gegner an, während Mittelfeld und Abwehr nicht konsequent nachrücken, entstehen Räume zwischen den Linien.

Gegen Siegen blieb das noch ohne Folgen. Dennoch kam der Regionalligist zu Möglichkeiten. Nach knapp einer halben Stunde landete ein Distanzschuss von Güler am Pfosten. Kurz vor der Pause führte ein Ballverlust von Joe Scally zu einer weiteren gefährlichen Situation, die Torwart Daniel Batz entschärfte.

Gegen einen Bundesligisten könnten solche Fehler wesentlich härter bestraft werden.

Blessin fordert besseres Nachrücken

Neben der Positionierung im Zentrum nannte Blessin zwei weitere Punkte: das Nachrücken der Abwehrkette und das Anlaufverhalten. Diese Bereiche hängen unmittelbar zusammen.

Blessins Pressing kann nur funktionieren, wenn die Mannschaft als kompakte Einheit verschiebt. Der Abstand zwischen Angriff, Mittelfeld und Defensive darf nicht zu groß werden. Genau diese Automatismen können nach wenigen Trainingseinheiten allerdings noch nicht perfekt funktionieren.

Positiv war dagegen die zweite Halbzeit von Shuto Machino. Der Angreifer erzielte zwei Tore und machte damit den 3:0-Erfolg perfekt. Auch Zento Uno hinterließ nach seiner Einwechslung einen guten Eindruck und wurde anschließend von Blessin für seine schnellen Lösungen und seinen Blick nach vorne hervorgehoben.

Das 3:0 sollte Gladbach nicht täuschen

Ein Sieg zum Einstand ist für Alexander Blessin natürlich willkommen. Trotzdem ist das Ergebnis dieses Testspiels weniger wichtig als die Erkenntnisse daraus.

Die ersten Ansätze seiner Spielidee sind bereits sichtbar. Gleichzeitig zeigte sich aber auch, dass eine Dreierkette allein Borussia nicht automatisch defensiv stabiler macht. Entscheidend werden Kompaktheit, ein geschlossenes Zentrum, abgestimmtes Pressing und konsequentes Nachrücken sein.

Das 3:0 gegen Siegen war deshalb ein ordentlicher Anfang. Die wirkliche Arbeit für Blessin beginnt jedoch erst jetzt.

Wie bewertet ihr Blessins ersten Auftritt? Ist die Dreierkette der richtige Weg für Borussia? Schreibt eure Meinung in die Kommentare und verfolgt auf TorElf die weitere Entwicklung bei Borussia Mönchengladbach.

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