Borussia Mönchengladbach – SV Elversberg 3:4: Drei Schlüsselszenen einer bitteren Gladbach-Niederlage.
Borussia Mönchengladbach verliert ein Spiel, das eigentlich längst auf dem Weg in Richtung Heimsieg war. Beim 3:4 gegen Aufsteiger SV Elversberg führte die FohlenElf nach 56 Minuten mit 3:1 – und stand am Ende trotzdem ohne einen einzigen Punkt da.
Nach dem 0:3 bei RB Leipzig ist der Saisonstart damit endgültig misslungen. Dabei gab es gegen Elversberg durchaus positive Ansätze. Hugo Bolin traf doppelt, Joe Scally erzielte das 3:1 und Borussia zeigte offensiv deutlich mehr als noch zum Auftakt. Umso bitterer ist die Art und Weise dieser Niederlage.
Drei Szenen stehen sinnbildlich für einen Nachmittag, der Borussia noch länger beschäftigen dürfte.
Schlüsselszene 1: Joe Scally trifft zum 3:1 – eigentlich muss das reichen
In der 56. Minute schien Borussia das Spiel unter Kontrolle gebracht zu haben. Nach einem Ballgewinn im Zentrum lief der Angriff über Philipp Sander und Franck Honorat, ehe Joe Scally zum 3:1 traf.
Genau hier liegt rückblickend der entscheidende Punkt.
Zu Hause gegen einen Aufsteiger, mit zwei Toren Vorsprung und noch gut einer halben Stunde zu spielen: Borussia muss ein solches Spiel kontrollieren. Nicht unbedingt mit einem vierten oder fünften Treffer, sondern mit Ruhe, sauberer Restverteidigung und Kontrolle im Mittelfeld.
Stattdessen durfte Elversberg zurückkommen.
Schlüsselszene 2: Krattenmachers 3:2 verändert das komplette Spiel
Maurice Krattenmacher wurde eingewechselt – und benötigte kaum Zeit, um das Spiel zu verändern. In der 66. Minute brachte er Elversberg auf 3:2 heran.
Plötzlich war die Sicherheit bei Borussia verschwunden.
Der Treffer war weit mehr als nur ein Anschlusstor. Elversberg bekam neuen Glauben, während Gladbach zunehmend Schwierigkeiten hatte, die Partie zu beruhigen. Der Aufsteiger spürte, dass an diesem Nachmittag noch etwas möglich war.
Das ist aus Gladbacher Sicht besonders ärgerlich. Nach dem 3:1 hätte Borussia Elversberg eigentlich den Glauben an eine Wende nehmen müssen. Stattdessen geschah genau das Gegenteil.
Schlüsselszene 3: Vom 3:3 zum 3:4 – Borussia verliert völlig die Kontrolle
In der 80. Minute folgte der nächste Rückschlag. Nach einem Foul von Mathieu Nguefack verwandelte Felix Keidel den anschließenden Freistoß direkt zum 3:3.
Spätestens jetzt war die Partie wieder völlig offen.
Doch selbst ein Unentschieden wäre angesichts des Spielverlaufs bereits enttäuschend gewesen. Borussia wollte offenbar noch den Sieg – und öffnete dabei Räume.
Das wurde in der Nachspielzeit brutal bestraft.
Maurice Krattenmacher traf in der 90.+2 Minute zum 4:3 für Elversberg. Aus einer komfortablen Gladbacher Führung war innerhalb von rund 35 Minuten eine komplette Niederlage geworden.
Fazit: Nicht die Offensive ist das größte Problem
Sieben Gegentore nach zwei Bundesliga-Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Nach dem 0:3 in Leipzig kassiert Borussia nun vier Treffer gegen einen Aufsteiger – drei davon nach eigener 3:1-Führung.
Offensiv gab es Fortschritte. Bolins Doppelpack macht Hoffnung, Honorat war an mehreren gefährlichen Aktionen beteiligt und Scally belohnte seine Leistung mit einem Treffer.
Aber eine Mannschaft mit höheren Ambitionen muss eine 3:1-Führung im eigenen Stadion über die Zeit bringen.
Für Eugen Polanski und seine Mannschaft geht es deshalb nicht nur darum, die Niederlage abzuhaken. Borussia muss sehr schnell herausfinden, warum die defensive Stabilität verloren geht, sobald ein Gegner Druck entwickelt.
Jetzt seid Ihr gefragt: Was war für Euch die entscheidende Szene beim 3:4 gegen Elversberg? War es das schnelle 3:2, der Freistoß zum Ausgleich oder Borussias offene Defensive vor dem 3:4? Schreibt Eure Meinung in die Kommentare – auf TorElf diskutieren wir weiter über unsere Borussia.

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