Alexander Blessin bei Gladbach: Warum der Druck schon vor dem ersten Pflichtspiel so groß ist.
Alexander Blessin hat bei Borussia Mönchengladbach noch kein Pflichtspiel als Cheftrainer bestritten – und trotzdem wird bereits intensiv über ihn diskutiert. Teile der Fans reagieren skeptisch, in sozialen Netzwerken fällt sogar schon das Wort Abstieg. Dabei beginnt Blessins eigentliche Arbeit bei Borussia gerade erst.
Die besondere Brisanz: Sein erstes Pflichtspiel führt ihn ausgerechnet ins Derby zum 1. FC Köln. Damit könnte der Druck zum Start kaum größer sein.
Blessin übernimmt Borussia in einer schweren Krise
Die Ausgangslage könnte kaum schwieriger sein. Borussia Mönchengladbach steht nach vier Bundesligaspielen ohne einen einzigen Punkt am Tabellenende. Besonders alarmierend sind die bereits 16 Gegentore. Es ist der schlechteste Saisonstart der Vereinsgeschichte.
Diese Krise hat Blessin allerdings nicht verursacht. Er übernimmt eine Mannschaft, die dringend Stabilität, Selbstvertrauen und vor allem Punkte benötigt.
Sportchef Rouven Schröder machte bei der Vorstellung des neuen Trainers deutlich, dass Borussia nicht lediglich einen kurzfristigen „Feuerwehrmann“ gesucht hat. Blessin unterschrieb einen Vertrag bis 2028. Der Verein möchte also grundsätzlich eine längerfristige Entwicklung einleiten.
Doch die Tabelle lässt wenig Zeit für Experimente.
Ausgerechnet Köln wartet zum Pflichtspiel-Debüt
Das macht Blessins Start besonders brisant: Sein erstes Bundesligaspiel mit Borussia ist am 11. Oktober ausgerechnet das Rheinderby beim 1. FC Köln.
Blessin selbst sieht darin nicht nur eine Gefahr, sondern auch eine große Chance. Bei seiner Vorstellung bezeichnete er das Derby als mögliche „Initialzündung“. Gleichzeitig räumte der neue Trainer ein, dass die Situation prekär sei und Borussia dringend Punkte benötige.
Ein Derbysieg könnte tatsächlich vieles verändern. Die Mannschaft würde Selbstvertrauen gewinnen, Blessin hätte sofort einen emotional wichtigen Erfolg auf seiner Seite und rund um den Borussia-Park könnte zumindest vorübergehend etwas Ruhe einkehren.
Eine Niederlage würde dagegen den Druck weiter erhöhen.
Ist Blessin wirklich zum Siegen verdammt?
Von einem Endspiel für den neuen Trainer zu sprechen, wäre völlig überzogen. Blessin muss die Gelegenheit bekommen, seine Vorstellungen umzusetzen.
Seine Vergangenheit besteht zudem nicht nur aus dem Abstieg mit St. Pauli. In seiner ersten Bundesliga-Saison in Hamburg erreichte er mit dem Aufsteiger den Klassenerhalt. Zuvor arbeitete er unter anderem bei Union Saint-Gilloise, wo er den belgischen Pokal gewann. In Belgien wurde Blessin zudem zweimal zum Trainer des Jahres gewählt.
Trotzdem ist klar: Bei Borussia beginnt seine Amtszeit nicht bei null.
Sie beginnt bei null Punkten.
Und genau darin liegt das Problem. Blessin muss gleichzeitig kurzfristig Ergebnisse liefern und langfristig eine Mannschaft entwickeln. Das Derby in Köln wird deshalb zwar kein persönliches Endspiel für ihn, aber ein erster großer Stimmungstest.
Gewinnt Borussia, könnte tatsächlich eine neue Dynamik entstehen. Verliert Gladbach erneut, dürfte die Diskussion über den Abstiegskampf noch intensiver werden.
Vielleicht sollte die entscheidende Frage deshalb nicht lauten, ob Blessin bereits zum Siegen verdammt ist. Sondern: Schafft er es, einer verunsicherten Borussia schnell wieder Stabilität und Glauben an die eigene Stärke zu geben?
Was meint ihr? Ist die Kritik an Alexander Blessin bereits nachvollziehbar – oder sollte man dem neuen Trainer erst einmal einige Spiele Zeit geben? Schreibt eure Meinung in die Kommentare und verfolgt auf TorElf die weitere Entwicklung bei Borussia Mönchengladbach.

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